Umziehen macht Spaß. Oder?

Umziehen: Fluch und Segen zugleich? Für die einen ist der Umzug ein Neuanfang und für die anderen eine Flucht. Wie oft sollte man in seinem Leben eigentlich umziehen? In wie viele Kartons passt mein Leben? Wer umzieht, hat einiges Neues vor sich.

Nun sitze ich hier also in Wohnung Nummer sechs. Ernsthaft, sechs Wohnungen in acht Jahren. Gar kein schlechter Schnitt, oder? Meine Mutter hat mich heute gefragt, ob es mir wirklich so viel Spaß mache, umzuziehen. Ich fragte mich, ob ich das so jemals erwähnt habe!? Ok zugegeben, es bereitet mir wahnsinnig viel Freude, mich neu einzurichten. Aber nicht jeder Umzug macht Spaß, er kann enorm in Stress ausarten.

Ein Leben im Chaos und fünf nützliche Tipps

Zeitweise im Chaos leben ist bei einem Umzug selten zu vermeiden. Es sei denn, man hat so viel Zeit und Hilfe, den Umzug und das ganze „An-die-Wand-Geschraube“ in einem Abwasch zu erledigen. Für mich ist das Bohren und Dübeln am nervigsten: Alles steht noch sinnlos rum und um wirklich ordentlich einrichten zu können, müssen eben einige Dinge an die Wand. Als ungeduldiger Mensch, so wie ich es sein kann, muss man da wirklich viel Gelassenheit mitbringen. Es muss ja nicht immer alles auf einmal umgesetzt werden. Es wäre aber schön, wenn doch!

Fakt ist, dass es ohne gute Vorbereitung nicht funktioniert. Es gibt sehr viele Tipps, die beherzigt werden können. Vielleicht nehme ich mir dieses Thema demnächst noch mal genauer vor. Jetzt möchte ich dir meine fünf – aus eigener Erfahrung – hilfreichsten Tipps nennen, die ich beim Umziehen nicht mehr außer Acht lassen werde (und ich werde definitiv noch ein-zwei-Mal umziehen!) Los geht’s:

#1 Wenn möglich, wirklich alles in Kisten und Kartons packen, die gut stapelbar sind. Nicht davon verleiten lassen, alles irgendwo (z. B. zahlreiche Tüten) zu stopfen. So kannst du deinen Kram problemlos tragen und aufschichten und sparst somit Platz, nicht nur im Umzugs-Wagen, sondern auch in der neuen Wohnung. Das Zeug muss ja schließlich irgendwo hin!

#2 Kannst du bereits vor dem Umzugstag in die neue Bude, bereite die ersten kreativen Ideen vor: Streich deine Wände kunterbunt oder eben in frischem Weiß. Musst du noch renovieren? Dann bitte unbedingt bevor alles voller Kartons steht! Putz-Utensilien nicht vergessen!

Ich wollte meine Wand im Ombre-Look streichen, hatte auch alles dabei: Farbe, Pinsel, Abdeckzeug. Was hat gefehlt? Etwas um die Farbe aufzurühren (ich habe mir dann im Supermarkt eine Grillgabel gekauft), eine Leiter (schon praktisch bei einer Körpergröße von 1,63 m, der weiße Farbeimer musste als Tritt dran glauben) und was um Farbkleckse zu beseitigen (hier halfen dann Allzwecktücher).

#3 Der Tag des Umzuges: Denk bitte an Verpflegung für deine Helfer! Auch ‘nen kühles Bier zum Abschluss lässt die Anstrengung schnell vergessen.

#4 Du bist nun in deinen neuen vier Wänden angekommen und würdest am liebsten die Hände über den Kopf zusammenschlagen? Keine Panik. Erstmal sichten, verstauen, wofür du schon einen Platz hast und dann bohren. Wenn alles hängt, was hängen muss, räumt es sich gleich doppelt so schnell auf. Dabei spart es Zeit, erst alle Löcher anzuzeichnen und alles in einem Durchgang zu bohren. Erst danach die Regale und Accessoires anschrauben.

Es ist sehr frustrierend, wenn man voller Tatendrang loslegen will und vom Werkzeug wegen unvorhersehbarer Wandbeschaffenheit im Stich gelassen wird (In meinem Fall: Alter Plattenbau, steinharte Wände, Luschen-Bohrer). Schau dir lieber vorher deine Wände an und hol dir Tipps bei erfahrenen Handwerkern (Papa? Kumpel?) und besorg das passende Werkzeug.   

#5 Sollte doch nicht alles so schnell und einfach funktionieren, wie du dir erhofft hattest: Nimm dir selbst ein Bier, setz dich erstmal hin und entspann dich. Es geht auch später oder morgen oder übermorgen weiter!

Alles glänzt irgendwie neu

Umziehen ist immer eine Art Neubeginn. Schließlich zieht niemand ohne Grund um, sei es ein neuer Job in einer anderen Stadt, eine persönliche Veränderung im Leben oder einfach nur der Drang nach etwas Neuem. Bei mir war es bisher immer eine Mischung aus allem. Und auch jetzt fühle ich mich, als würde ein völlig neuer Teil meines Lebens beginnen. Das kann natürlich auch daran liegen, dass nun nicht nur muckout in meinem Leben existiert, sondern mit dem Launch unserer Webseite und dem Einzug in ein richtiges Büro (ja, auch wir haben in der Küche begonnen zu tüfteln, basteln und zu verpacken), alles irgendwie anders, alles irgendwie neu ist. Und das fühlt sich richtig gut an!

Miste aus!

Mit dem Neu-Einrichten begann ich auch mein altes Inventar genauer unter die Lupe zu nehmen. Was hab ich eigentlich? Was besitze ich? Und was davon brauche ich überhaupt? Da habe ich mich doch sehr in Marlenes Beitrag über den Minimalismus wiedererkannt, denn auch ich fing an darüber nachzudenken, mich nicht nur von der alten Wohnung, sondern auch von einigen Gegenständen zu verabschieden. Zugegeben, die neue Wohnung ist relativ klein, da muss man sich zwangsläufig von dem ein oder anderen Stück trennen. Doch bisher habe ich es immer geschafft, alles irgendwie und irgendwo unterzubringen. Wahrscheinlich sehe ich das auch immer als besondere Herausforderung: Mich so einzurichten, dass ich mich wohlfühle, es schick aussieht und alles seinen Platz findet.

Zurück aber zum Minimalismus: Es gibt dann doch immer Dinge, bei denen man sich fragt: „Wann habe ich das zum letzten Mal in der Hand gehabt? Und warum?“ So sind nicht alle Dinge in Umzugskartons gewandert. Und das befreit wirklich den Kopf. Ich fühlte mich mit jedem verabschiedeten Gegenstand oder auch Kleidungsstück etwas leichter.

Endlich selbermachen

Das Spaßigste an der ganzen Sache ist allerdings, dass man sich wirklich neu ausdrücken kann, in Form von DIY-Projekten von der Wandgestaltung bis hin zum Pimpen von alten und abgerockten Möbeln. Kurz bevor der Umzug dann von statten ging und alles eingepackt werden musste, habe ich mir schon einige Ideen und Inspirationen zusammengesammelt. Endlich mal wieder Zeit für einen Tapetenwechsel. Farben und Formen sollen dieses Mal auf jeden Fall andere sein als in den bisherigen Wohnungen. Da habe ich einiges in Angriff genommen und freue mich sehr, euch das in meinen nächsten Beiträgen zeigen zu können. Ich bin selbst sehr gespannt, wie es letztendlich aussehen wird, denn noch versinke ich – leider – ein klein wenig im Chaos. Zeit ist hier wirklich sehr hilfreich, wenn man sie denn hat. Ich halte euch aber auf dem Laufenden und zeige euch sehr gern ein paar Projekte, die ich in meiner neuen Butze umgesetzt habe.

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