Upcycling DIY: Öllampen aus Altglas und Kunstlederpapier selbermachen

Bestickte Öllampen aus Altglas selbermachen, was für ein spannendes Upcycling-Projekt!

Kennst du noch die Öllampen von früher? Es gab mal eine Zeit, da waren die richtig in. Ich hatte eine, die aussah wie eine Glühbirne… Dann gibt es natürlich noch die, die so ein bisschen orientalisch oder antik aussehen. Alles nicht so ganz mein Ding, aber das Konzept Öllampe finde ich eigentlich ganz schön. Da wir ja häufiger Dinge geschenkt bekommen, kamen wir in den Besitz von zwei Flaschen Lampenöl, für die ja irgendwie eine Aufgabe gefunden werden musste. Wegwerfen (bzw. ordnungsgemäß entsorgen, denn Lampenöl und die Behälter gehören nicht in den Hausmüll!) kam nicht in Frage. In unserem Altglas-Regal standen noch zwei kleine Flaschen samt Metalldeckel. Ich hatte eine Idee!

Öllampen aus Altglas – was du brauchst

  • passendes Altglas mit Metalldeckel
  • Docht und Lampenöl
  • Metallbohrer
  • dicke Mutter (Durchmesser ein wenig kleiner als der Docht)
  • Kunstlederpapier
  • Stick-Karton
  • Garn
  • Nadel und Schere
  • ggf. Ahle und Schneideunterlage
  • Heißkleber und Alleskleber
  • Sprühlack

Bestickte Öllampen aus Altglas selbermachen – mit DIY-Video-Anleitung


Bohre ein Loch in den Metalldeckel und klebe mit dem Alleskleber die Schraube darüber. Jetzt sprühst du alles an und lässt es trocknen. In der Zwischenzeit schneidest du das Kunstlederpapier so zu, dass es die Flasche einmal umhüllt und du noch einen Rand zum Verkleben hast. Auf den Stick-Karton zeichnest du das gewünschte Muster auf. Anschließend klebst du den Karton auf das Kunstlederpapier und stichst die Löcher durch. Das kann mit einer normalen Nadel sehr schmerzhaft werden. Ich habe daher eine Ahle verwendet. Eine andere Möglichkeit ist es, das Papier nicht auf einer Unterlage zu durchpieken sondern, in der Luft, dann brauchst du nicht so viel Kraft.

Wenn das Muster übertragen ist, entfernst du den Stick-Karton und bestickst das Kunstlederpapier. Wenn du fertig bist, kannst du das Papier noch ordentlich zerknittern (das ist natürlich kein Muss). Dieses klebst du dann um die Flasche.

Öllampen aus Altglas selbermachen und besticken

Jetzt musst du nur noch das Öl einfüllen und den Docht einführen und schon geht es los mit der Gemütlichkeit. Die Idee war in meinem Kopf schon sehr schön, aber ich bin mit dem Ergebnis mehr als zufrieden. Ich musste allerdings den Docht noch mal austauschen. Der breite flache Docht vom Anfang, den ich eigentlich schöner fand, hat nicht so mitgespielt. Entsprechend habe ich einen runden Docht gekauft. Mit diesem habe ich eine sehr schöne gleichmäßige Flamme ohne Ruß. Perfekt!

Hast du schon mal eine Öllampe gebastelt? Hinterlasse uns gerne einen Kommentar. Wenn du die Idee nachbasteln willst, zeig uns das Ergebnis unbedingt auf Instagram mit dem Hashtag #muckoutdiy!

DIY-Geschenk zur Geburt: Namen und Wörter kreativ sticken

Geschenk zur Geburt selbermachen

Eine Lieblingsfreundin bekommt ein neues Lieblingskind. Natürlich muss da was Schönes zur Geburt her! Und natürlich will ich dieses Geschenk zur Geburt selbermachen! Schon länger hab ich die Idee im Kopf, dickere Schnüre und Bänder auf Stoff zu bannen, um so schnell Worte und Namen schreiben zu können. Perlen will ich auch schon ewig in meinen Stickarbeiten verwenden. Warum also nicht beides in einem süßen Konfetti-Stick-Bild kombinieren?

Jenny hatte ebenso ein neues Menschenkind im Freundeskreis zu begrüßen, also haben wir gleich zwei dieser schönen Rahmen gefertigt.

Namen mit Schnur und Perlen sticken – was du brauchst:
Sticken mal anders: Schreibe Namen und Wörtern mit Schnur, Garn und Perlen. Perfekt als Geschenk zur Geburt

  • Stickring
  • heller Stoff (bzw. hell genug für eine Schablone, solltest du eine verwenden)
  • Schablone mit Namen/Wort, natürlich kannst du diese auch freihand auf den Stoff übertragen
  • Schnur (ich habe gewachste Baumwollschnur verwendet)
  • Garn
  • bunte Holzperlen
  • Nadel und Schere

Schritt-für-Schritt-Anleitung als Video: Geschenk zur Geburt selbermachen

Sticken mal anders: Schreibe Namen und Wörtern mit Schnur, Garn und Perlen. Perfekt als Geschenk zur Geburt

Zuerst überträgst du die Schablone auf deinen Stoff oder zeichnest freihand das gewünschte Wort auf den Stoff. Dann legst du die einzustickende Schnur auf das Wort und stickst diese gleichmäßig ein. Hierbei stickst du entlang deiner Markierung. Wenn du fertig bist, kannst du etwaige i-Pünktchen etc. mit einem Zierstich setzen. Schau mal bei Anne von Pumora.de vorbei, da gibt es ein ganzes Stich-Lexikon mit tollen Stichen! Ich habe den Margeritenstich verwendet.

Jetzt kannst du noch bunte Perlen wie Konfetti auf dem Stoff verteilen und festnähen.

Sticken mal anders: Schreibe Namen und Wörtern mit Schnur, Garn und Perlen. Perfekt als Geschenk zur Geburt. Eine DIY-Idee von muckout.de, finde weitere spannende Geschenk-DIY-Ideen im mo-niversum.

Natürlich könnte man noch andere Elemente oder Muster, etwa Rahmen oder Unterstreichungen auf diese Art auf den Stoff bringen. Wenn du komplett fertig bist, musst du den Stoff noch sicher und schön im Ring fixieren. Hierbei hilft dir der Blog-Artikel von Mirka: DIY-Idee: Einen Stickring als Rahmen nutzen in dem sie dir zeigt, wie du den Stoff ohne Kleben wie ein Profi richtig einspannst

Persönliches Geschenk zur Geburt selbermachen

Ich bin super froh, dass ich es endlich geschafft habe, diese Idee umzusetzen. Noch froher bin ich natürlich über das Ergebnis! Was für eine schöne Art, Namen und Worte zu schreiben, vor allem, weil es auf so vielfältige Weise umgesetzt werden kann. Kürzlich hatten wir eine Schülerpraktikantin bei uns, die auf diese Art das Wort “Hello” geschrieben hat. Mit dickerer Schnur, Neon-Farben und Musterstoffen, kann alles gleich komplett anders aussehen und wirken. Hach ja, ich liebe es, wenn was klappt!Sticken mal anders: Schreibe Namen und Wörtern mit Schnur, Garn und Perlen. Perfekt als Geschenk zur Geburt. Eine DIY-Idee von muckout.de, finde weitere spannende Geschenk-DIY-Ideen im mo-niversum.

Hat dich diese Idee inspiriert und hast du sie nachgebastelt? Dann zeig uns das Ergebnis auf Instagram mit dem Hashtag #muckoutdiy.

DIY: Besticktes Lesezeichen selbermachen mit Freebie

Sommer, Ferien und ein gutes Buch. Hach. Jetzt wäre ich gerne noch mal Schulkind… So richtig drin ist das leider nicht. Aber wir können ein bisschen was fürs Ferienfeeling tun.

Für den Sommerleseclub der Bibliothek Kyritz haben wir uns ein kleines DIY ausgedacht, welches wir unter anderem mit den Bücherwürmern in den Sommerferien basteln wollen. Hierbei kommt ein ganz tolles Material zum Einsatz, nämlich waschbares Papier im Leder-Look. Dieses Papier kann man sehr gut wie Stoff verarbeiten, also vernähen, besticken und eben waschen. Magisch! Es ist äußerst robust und eignet sich somit ideal für da Basteln mit Kindern.

Um die Eistüte aufs Papier zu bekommen, kannst du unser Freebie herunterladen und nutzen. Natürlich eignet sich jedes andere Motiv genau so gut. Wir sind gespannt, was du draus machst! Klick einfach auf das Bild und lade es herunter.

Lesezeichen selbermachen, was du brauchst:

  • Lederimitat-Papier
  • Lochzange
  • Stickgarn oder feste Wolle
  • Alleskleber
  • Klebeband
  • Schere
  • größere Nadel mit Spitze
  • Schablone/Stickmuster

Die Schritt-für-Schritt-Anleitung als Video

Zeichne zuerst zwei mal die Umrisse der Schablone aufs Lederimitat-Papier. Danach klebst du die Schablone mit Klebeband auf eines der beiden Teile und stichst die Eistüte mit der Nadel nach. So siehst du danach besser, wo du sticken musst. Jetzt kannst du die Eistüte in den gewünschten Farben nachsticken. Jetzt musst du nur noch eine Quaste machen und diese durch ein Loch mit dem bestickten Lesezeichen-Teil verknoten. Zum Schluss einfach beide Papierteile sauber verkleben und trocknen lassen!

 

Beim Basteln ist uns aufgefallen, dass die Eistüte ziemlich doll wie eine Schultüte aussieht. Mit etwas Abwandlung könnte man so super ein kleines Geschenk zur Einschulung basteln!

Wir lieben DIY’s zum Sticken, vor allem, wenn es nicht um das klassische Sticken geht. Hast du dieses DIY ausprobiert? Dann zeig es uns auf Instagram mit dem Hashtag #muckoutdiy oder hinterlasse uns einen Kommentar! Wir sind gespannt.

DIY-Statement-Wandbild mit Riesen-Kreuzstich inkl. Freebie

Wir zeigen dir, wie du aus einer Lochwand, Wollresten und dem gezählten Kreuzstich ganz besondere Wand-Deko fertigst! Ein tolles Upcycling-Projekt ist es noch dazu!

Das Schöne an einem neuen Büro ist ja, dass man soviel neue Ecken zum Dekorieren hat! Noch schöner ist ja, wenn man die Deko selber macht. Außerdem haben wir jetzt so schöne hohe Decken, das heißt noch mehr Fläche… In unserer Werkstatt standen zwei große Stücken Lochwand herum, die leider ein Fehlkauf für ein dann doch nicht realisiertes DIY-Projekt waren. Immer wieder habe ich das perfekte Raster angeguckt und gedacht: das ist so perfekt zum Sticken!

Für eines der beiden Stücke hatte ich dann endlich die Idee hello! draufzusticken. In unser Büro passt das schlichte Braun der Rückseite (von vorn ist die Lochwand weiß) super, für das andere Stück hab ich allerdings Pläne, es vorher noch farbig anzusprühen. Zum Sticken war Stickgarn natürlich viel zu dünn, also hab ich mich für Wollreste entschieden. Zum Glück haben wir davon immer genug rumliegen.

Riesen-Stickbild selbermachen

DIY-Statement-Wandbild mit Riesen-Kreuzstich inkl. Freebie
Material: Lochplatte, Wollreste, große Sticknadel, Schere, Stickmuster als Freebie

Was du brauchst:

  • Lochplatte (meine ist ca. 1 m breit und 0,5 m hoch)
  • Wolle in der gewünschten Farbe
  • Schere
  • Sticknadel, die groß genug ist, ich habe eine große Kinder-Sticknadel verwendet
  • Zählvorlage, das hello! kannst du dir als PDF herunterladen: Hello_Zählvorlage_muckout-diy

DIY-Statement-Wandbild mit Riesen-Kreuzstich inkl. Freebie
Material: Lochplatte, Wollreste, große Sticknadel, Schere, Stickmuster als Freebie. Hello

Wie du siehst, hab ich die Mitte durch Abzählen gesucht und markiert und entsprechend mit dem Sticken angefangen. Du kannst noch nicht sticken? Kein Problem! Sticken für Anfänger – Einführung in den gezählten Kreuzstich findest du ebenfalls bei uns auf dem Blog, unser You-Tube-Video ist ganz unten in diesem Beitrag verlinkt. Viel Spaß beim Erlernen des schönsten Hobbys überhaupt!

Upcycling-Projekt mit einer Lochwand und Wollresten

hello – DIY-Statement-Wandbild mit Riesen-Kreuzstich inkl. Freebie
Material: Lochplatte, Wollreste, große Sticknadel, Schere, Stickmuster als Freebie

Nachdem ich mit dem hello! fertig war, war ich noch unschlüssig, ob ich eine Umrandung mache – wie zu Beginn geplant – oder ob ich es so schlicht lasse. Nach einer kurzen Instagram-Umfrage hab ich mich dazu entschieden, doch einen Rand zu sticken. Aber dafür keinen Kreuzstich zu verwenden. Mit der gescheckten Wolle hab ich nur diagonale Stiche für die Längen und jeweils ein Kreuz in die Ecken gestickt.

hello – DIY-Statement-Wandbild mit Riesen-Kreuzstich inkl. Freebie
Material: Lochplatte, Wollreste, große Sticknadel, Schere, Stickmuster als Freebie für die Wand

Das fertige Bild hängt jetzt über unserer Kaffee-Ecke. Ich bin schon dabei, das andere Stück Lochwand zu verplanen. Vielleicht ganz doll bunt mit vielen Wollresten und einem Pompom-Rand.

DIY-Statement-Wandbild mit Riesen-Kreuzstich inkl. Freebie

Wir zeigen dir, wie du aus einer Lochwand, Wollresten und dem gezählten Kreuzstich ganz besondere Wand-Deko fertigst! Ein tolles Upcycling-Projekt ist es noch dazu!

Die Gratis-Stickvorlage eignet sich für den klassischen Kreuzstich, natürlich kannst du sie ebenso auf Aida-Stoff oder Stramin sticken.

Schau doch mal in unserem You-Tube-Kanal vorbei für weitere Hilfestellung!

Hat dich die Idee inspiriert oder hast du unser Freebie verwendet? Dann zeig uns dein Projekt auf Instagram mit dem Hashtag #muckoutdiy!

Stick-Nick: Sticken lernen im Sommer und draußen

Mit größter Freude kündigen wir unseren ersten Kooperations-Workshop an. Gemeinsam mit unserer lieben Mirka, die nicht nur Autorin im mo-niversum ist, sondern hauptsächlich als mircat embroidery wunderschöne Bilder stickt, veranstalten wir ein Stick-Nick.

Sticken ist das neue Stricken.

Ob Patches auf Jeans oder florale Motive, die Jacken und Taschen verschönern – gestickte Motive begegnen uns wieder überall.

In dem Workshop lernen wir mit mircat embroidery in kleiner Runde Grundlagen wie Rück- und Plattstich und fertigen so gemeinsam ein Motiv an, das perfekt zum Urban Jungle Look passt. Die richtige Location haben wir auch schon gefunden und treffen uns auf der Luiseninsel im Tiergarten (für Sitzdecken ist gesorgt). Sollte das Wetter nicht mitspielen, haben wir eine gemütliche Ausweichmöglichkeit.

Natürlich darfst du alles mit nach Hause nehmen, womit du arbeitest und legst so den Grundstein für dein neues Lieblings-Hobby.

Wo? Luiseninsel Tiergarten, Berlin
Wann? 15.07.2017; 14.30 Uhr (Dauer ca. 2,5-3h)
Wie viel? 30€. Bring einen Freund mit und zahl nur 25€!
Was noch? Material inklusive

Anmelden kannst du dich per Mail an hello@muckout.de

Sticken im Trend – Comeback der Handarbeit

Sticken ist das neue Stricken. Wer sich für DIY und Handarbeit interessiert, hat sicher schon bemerkt, dass es sich dort seit einiger Zeit wieder verstärkt um Nadel und Faden dreht. Wir zeigen euch hier, wie vielfältig diese uralte textile Technik heute sein kann.

Ich habe immer gerne alle möglichen Basteltrends und Handarbeits-Hobbies ausprobiert – ob Schmuck aus Fimo oder selbstgestrickte Kleidung. So richtig Hängengeblieben bin ich aber nur beim Sticken. Angefangen mit einfachem Kreuzstich, bei dem man sich das Muster pixelartig aufbaut, bin ich jetzt dazu übergegangen, mehr oder weniger freihand mit der Nadel zu „malen“, hauptsächlich Vögel. Mir gefällt die Vielfalt und die schier unbegrenzten Gestaltungsmöglichkeiten des Mediums. Außerdem ist es relativ zugänglich, man braucht nicht viel Material und kann seine Stickarbeit in der Regel überall mit hinnehmen.

Konservativ und kleinbürgerlich?

In der weltweiten Stick-Community habe ich wahnsinnig talentierte Künstlerinnen (nicht nur, aber vornehmlich) kennengelernt, deren Arbeit ich gerne mit euch teilen möchte. Ich finde sie total inspirierend und Sticken hat auf einmal gar nichts mehr zu tun mit Konservatismus und Kleinbürgerlichkeit.

Eine der führenden Kreuzstich-Künstlerinnen ist die US-Amerikanerin Jody Rice, die farbenfrohe und moderne Muster entwirft, die den Oma-Kitsch überwunden haben, mit dem man Stickerei und insbesondere Kreuzstich bislang eher verbunden hat (Omas und Kitsch sind total ok für mich, aber bei den Handarbeiten hatten sie zu lange das Monopol). Rices Arbeiten sind nicht nur farblich und grafisch interessant, sondern auch, weil sie andere Trends wie zum Beispiel Lettering aufgreift und in ihre Muster integriert.

Ein von Jody Rice (@craftnik) gepostetes Foto am

Dass Stickereien wieder total en vogue sind, zeigt auch ein Blick in die Mode-Industrie. Klar, die floralen Elemente des Boho-Styles sind nie wirklich weg gewesen. Aber bestickte Sneaker wie die der Südafrikanerin Danielle Clough oder verzierte Bomberjacken sind erst seit kurzer Zeit wieder mehrheitsfähig.

Sticken ist nicht nur Handwerk, sondern Kunst

Im Grunde gibt es kaum etwas, das nicht bestickt wird. In manchen Städten sieht man hin und wieder bestickte Zäune, Geländer oder Parkbänke, die in Kunstaktionen verschönert werden. Apropos Kunst: Dass sich die Stickerei auf ein ganz neues Level hebt und viel mehr als ist als Dekoration – nämlich künstlerisches Ausdrucksmittel – zeigen tausende Künstler weltweit. Zwei von ihnen, deren Werke ich besonders schön finde, sind Odd Ana aus Portland, USA und siwooinparis aus Frankreich. Beide haben ihren ganz eigenen, unverkennbaren Stil mit dem Medium gefunden.

Ein von @siwooinparis gepostetes Foto am

Die Britin Emillie Ferris hat durch die Stickerei zu einer ganz besonderen Geschäftsidee gefunden. Sie fertigt individuelle Haustier-Portraits an. Die wunderschönen Bilder sind wirklich einzigartige Erinnerungsstücke, die so detailreich sind, dass sie fast fotorealistisch wirken. Die US-Amerikanerin Sarah K. Benning hat sich durch Stickbilder von Pflanzen einen Namen gemacht.

Sticken als Empowerment

Sticken ist aber nicht immer einfach nur schön. Es gibt viele „Craftivistinnen“ (eine Neuschöpfung aus den englischen Begriffen „craft“ und „activism“) wie zum Beispiel Hannah Hill aus London, die so feministische Botschaften zu Empowerment und Body-Positivismus verbreiten. Bei mit Blumen verzierten Eierstöcken oder auch sehr expliziten pornografischen Bildern entsteht ein ironischer Kontrast von traditionellem Medium und politischer Botschaft. Die ursprünglich bourgeoise Beschäftigungstherapie für Mädchen aus gutem Hause kann heute durchaus Ausdruck einer Protestbewegung sein. Und davon können wir in Zeiten, in denen sich das politische Klima so ungut verändert, gar nicht genug haben.

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Schnitzeljagd mit Sticknlisten

*Werbung/unbezahlt*

Mirka war letztens in Bremen, hat Lukas Stegemann von Sticknlisten besucht und mir etwas mitgebracht. Für sie als Stick-Queen Kinkerlitzchen, für mich als Anfängerin gerade richtig. Sticknlisten ist ganz einfach erklärt: Man bestickt einen Jutebeutel oder ein Shirt und hört dabei ein Hörspiel. Klingt ganz spannend. Was also Besseres tun an diesem angebrochenen Montagabend?

Im Set von Sticknlisten befindet sich der zu bestickende Jutebeutel, fünf orangene Fäden, eine Sticknadel und natürlich das Hörspiel auf CD. Kurz muss ich überlegen, wie ich die CD nun abspielen soll, befindet sich mein einziger CD-Player doch im Badezimmer. Doch glücklicherweise sind DVD-Player ja auch in der Lage, die guten alten CDs abzuspielen und ich darf im gemütlichen Wohnzimmer bleiben.

Ich breite die Utensilien vor mir auf dem Tisch aus und lausche gespannt dem, was da kommen mag. Überschwänglich werde ich vom Bremer Rapper FlowinImmO begrüßt, der mir mit sympathisch hanseatischen Dialekt eine Anleitung für das Hörspiel gibt. Wenn ich gar keine Ahnung vom Sticken habe, solle ich zuerst die Internetseite www.sticklisten.de besuchen. Bevor ich irgendetwas falsch mache, tue ich das lieber mal. Hier erklärt mir Oma (tatsächlich Stegemanns eigene Oma) in einem kurzen Video das 1×1 des Stickens. Faden einfädeln, Knoten machen und an den Buchstaben entlang sticken. Ganz einfach also.

Press play – jetzt wird gestickt und zugehört

Dann kann es eigentlich auch schon losgehen. Ich liebe Hörbücher und Hörspiele, habe meine halbe Kindheit mit Bibi Blocksberg verbracht und schlafe fast jeden Abend mit Sherlock Holmes ein. Da kommen mir die Bremer Detektive, die in Folge 5 „Der Todesengel“ ein Bremer Mysterium aufdecken, gerade recht. Der Todesengel ist Gesche Gottfried, die zwischen 1813 und 1827 fünfzehn nahestehende Menschen verlor. Auf dieser armen Frau musste ein Fluch liegen, so dachte zumindest ein Großteil der Bremer Bevölkerung bis sich irgendwann herausstellte, dass Gesche all die tragischen Todesfälle selbst zu verantworten hatte. Arsen heißt hier das Zauberwort. Um diese mysteriöse Geschichte, deren genaueren Hintergründe ich im Nachhinein unbedingt bei Wikipedia nachlesen muss, dreht sich die Hörspielfolge. Die Protagonisten gehen dem Diebstahl der im Focke Museum ausgestellten Totenmaske der berühmten Giftmörderin nach und finden, wie in einer Schnitzeljagd, nach und nach zur Lösung.

Und ich bin auch mittendrin, statt nur dabei. Denn plötzlich wird die Geschichte durch einen Signalton unterbrochen. Ganz so erschrocken bin ich nicht, Immo hatte mich ja bereits vorgewarnt. Jetzt kommen die ersten Buchstaben, an denen ich entlang sticken soll. Das erste Lösungswort lautet „Gesche Gottfried“ und ich beginne mit dem Faden die Zeichnung ihrer Totenmaske zu komplettieren. Schnell merke ich Anfängerin aber, dass mir der vorgeschnittene, orangene Garn nicht ausreicht. Aber kein Problem. Ich krame in der Nähkiste nach brauner Wolle und sticke damit weiter. Klappt genauso gut und passt auch farblich zum Beutel. Weiter im Text. Beziehungsweise im Hörspiel. Während ich sticke, geht die Geschichte weiter, die jungen Detektive haben das nächste Wort erschnüffelt und der Ton signalisiert Runde 2. Da ich ein wenig hinterher hinke, muss ich kurz auf Pause drücken.

So macht Heimatkunde Spaß

Die Idee, mit einem Hörspiel die Bremer Stadtgeschichte aufzuarbeiten, gefällt mir. Würden mir all die Namen und Orte was sagen, wäre das Ganze sicher noch interessanter. Leider war ich bisher nur einmal in Bremen und kann mich nur noch an die Stadtmusikanten und die Wallanlagen erinnern. Die Geschichte macht aber neugierig und beim nächsten Besuch in Bremen werde ich sicher mal den Spuckstein aufsuchen, der an Gesches Hinrichtung erinnert. Das Konzept wäre wunderbar auf jede andere Stadt oder gar Stadtteile anwendbar. Erst letztens, als ich über Ostern einen Ortsfremden in meiner Heimatstadt begrüßen durfte und ihm all die schönen Dinge erklären wollte, geriet ich unangenehm ins Stocken. So oft bin ich schon an jenen Orten vorbei gelaufen, habe meine ganze Kindheit und Jugend hier verbracht und kann dennoch keine der schon so wenigen Sehenswürdigkeiten fehlerfrei und lückenlos erklären.

Beim letzten Stick-Bild bin ich so in der Geschichte drin, dass ich den Dieb schon vor den Bremer Detektiven gestellt habe und schon lossticke, bevor mir Immo die Reihenfolge der Buchstaben verrät. Fertig. Mein erstes gesticktes Werk, zumindest seit der Grundschule.

Kurz danach wird der Jutebeutel mein Begleiter, als ich mir endlich mal die Kirche näher anschaue, neben der ich seit fast drei Jahren wohne. Vielleicht erwartet mich hier auch eine spannende Geschichte.

Wenn du mehr darüber erfahren willst, wie die Idee zu sticknlisten entstanden ist und letztendlich umgesetzt wurde, dann schau dir Mirkas Artikel Zu Besuch bei sticknlisten an.

Zu Besuch bei Sticknlisten

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Die Idee klingt absurd, macht aber Sinn: Sticknlisten ist eine interaktive Hörspiel-Krimi-Stick-Kombination. Wenn die Ermittlungen der Bremer Detektive einen Schritt weiter kommen, bekommt der Zuhörer ein Lösungswort als Anleitung für den nächsten Stick-Schritt. Am Ende vervollständigt sich das auf T-Shirt, Turn- oder Jutebeutel  zu einem Motiv. Malen nach Zahlen für Handarbeits-Nerds und Hörspiel-Fans.

Hinterm Deich wird’s also skurril. Ein eigenbrötlerischer Nerd ist der Bremer Lukas Stegemann aber nicht. Im Gegenteil, das Netzwerken, das Zusammenbringen und Verbinden liegt ihm besonders. Die Sätze, die später im Gespräch immer wieder fallen, gehen nämlich so: „Ich hab nen Kumpel, der ist eigentlich dasunddas, kann aber auch dasunddas und hat das dann …“ oder „Der Kumpel von nem Kumpel von nem Freund hat zufällig dasunddas gehabt/gekonnt/gemacht und den hab ich einfach gefragt.“

Sticken und Zuhören

Einladend öffnet Lukas Silvi und mir die Tür des typischen Altbremer Hauses in der Östlichen Vorstadt von Bremen. Im lichtdurchfluteten 1. Stock sitzen wir an geschmackvollen Vintagemöbeln und lassen uns im schönsten Bremer Schnack von dem Projekt erzählen, das der heutige Lehrer seit seiner Studentenzeit mit viel Herzblut realisiert.

„Der Zufall spielt ja immer eine große Rolle“, sagt er. Der hat zumindest nicht unerheblich dazu beigetragen, dass es Sticknlisten (s-tick, hanseatisch ausgesprochen wie der s-pitze S-tein) jetzt schon im sechsten Jahr gibt. 2011 saß er mit einem Freund studentenklamm zusammen, beide haben kaputte Hosen geflickt und dabei „Die drei ???“ gehört. „Das passte irgendwie.“ Wer ab und zu in öder Vereinsamung handarbeitet oder bastelt, kann das gut nachvollziehen: Sticken und Zuhören, stick n listen, das funzt zusammen so gut wie Rock n Roll. Der Rest der Entstehungsgeschichte klingt dann fast wie ein Selbstläufer.

Public Listening

Aus der Flickaktion wurde im Siebdruckkurs des damaligen Studenten (Kunst und Spanisch) ein Konzept und dann eine Semesterarbeit. Weil Lukas als DJ in einem Bremer Club, dem Tower, aufgelegt hat und also auch da gute Kontakte hatte, konnte er dort eine „Hörspiel Release Stickparty“ veranstalten. Public Listening quasi. Das Event gibt es dort heute noch zum Launch jedes neuen Hörspiels, das von den “drei ???” inspiriert ist – jährlich im Dezember zur weihnachtlichen Gemütlichkeit. In diesem Jahr kommt die 6. Folge raus, mittlerweile hat Sticknlisten eine treue Fangemeinde und konnte lokale Prominenz wie die Musiker Flomega oder FlowinImmO zur Mitwirkung gewinnen. Ein Coup war sicher auch von Anfang an die Beteiligung des ehemaligen und sehr beliebten Bürgermeisters Henning Scherf, der nach wie vor den Erzähler spricht. Er habe ihm einfach einen Brief geschrieben und gefragt, woraufhin seine Sekretärin geantwortet hat. „Und dann bin ich mit meinem Equipment ins Rathaus gegangen und habe ihn einsprechen lassen.“ Einfach so.

Einfach so? Was sich so easy als spaßige Studentenaktion anhört, war ein enormer Kraftakt. Es musste ja nicht nur ein ganzes Hörspiel konzeptioniert werden, woraus sich ein Motiv für ein Stickrätsel generieren ließ, das alles musste dann ja auch noch im Hinblick auf die Stickparty produziert und realisiert werden. Alleine geht das niemals.

Do it yourself, sonst macht es keiner

„Bei der ersten Folge habe ich meinen Bruder rekrutiert und wir haben uns ein Wochenende lang in der Uni im Siebdruck-Keller verschanzt.“ Jeder Beutel, jedes T-Shirt wurde von Hand bedruckt. Für das Hörspiel selbst hat Lukas „ein paar Leute zusammengetrommelt, die sich untereinander nicht kannten. Damals habe ich das Mikro zu Hause an die Decke gehängt und geguckt, dass die Nachbarn nicht zu laut sind, danach habe ich alles am Rechner mit Audacity zusammengeschnitten. Das war der Wahnsinn, weil alles do-it-yourself-mäßig war. Ich musste ja auch noch alle CDs brennen, wofür ich eine Brennparty mit einer Kiste Bier und 20 Leuten bei mir organisiert habe. Und die Cover haben wir auch noch selbst gefaltet.“

Mittlerweile hat sich das Unternehmen professionalisiert. Das Hörspiel wird in einem Studio (das dem Freund von einem Kumpel eines Kumpels gehört) produziert, es gibt eine richtige Website (die der Freund gemacht hat, der eigentlich Oboist ist), Lukas Frau Sarah entwirft die Motive, die er inzwischen auf den Stoff drucken lässt, eine befreundete Designerin gestaltet das Artwork der CDs, der Vertrieb der Stickpakete (mit CD, T-Shirt/Beutel, Nadel und Faden) ist mittlerweile auch ausgelagert. Das Kern-Team besteht aus ca. 30 Leuten, die alle in anderen Zusammenhängen arbeiten, für das Projekt aber immer wieder gerne in Bremen zusammenkommen. Mehr als eine Folge pro Jahr kann und will Lukas aber erstmal nicht schaffen und Sticknlisten bleibt vorerst eine Nebentätigkeit. Eine Nebentätigkeit, aus der sich mittlerweile richtige Freundschaften entwickelt haben.

Das Megaformat

Nach unserem zweistündigen Gespräch über angelerntes Storytelling und Sounddesign, über Freundschaften und Bremer Detektive, fügen sich Lukas und Sticknlisten zu einem Bild zusammen. Und auch das macht Sinn. Offenbar hat er ein unglaubliches Talent zu gemeinschaftsstiftenden Aktionen und kann seine Mitmenschen zur Verwirklichung solch schräger Ideen motivieren. Für einen Pädagogen ist das schon mal eine ganz gute Kernkompetenz. Verschiedene Trends wie Public Krimi-Viewing mit den Revivals von Turnbeuteln und Handarbeit und einem Kult um Detektiv-Hörspiele zu mixen, zu kombinieren und eine Party draus zu machen, braucht vielleicht die Chuzpe eines DJs. Und dass die T-Shirts und Beutel schweinegut aussehen und diesen ästhetischen Supermehrwert haben, macht Sticknlisten zu einem Megamix von guten Sachen. Ich bin gespannt, was sich noch alles daraus entwickelt. Denn klar ist, dass Lukas die schrägen Ideen noch lange nicht ausgehen.

Schaut es euch an. Viel Spaß beim Sticknlisten: www.sticknlisten.de.

Sticken für Anfänger – so funktioniert der Kreuzstich

Los geht’s! Nach unserem kleinen Exkurs in die Materialkunde des Kreuzstichs sind alle Vorbereitungen getroffen, um mit einem ersten Stickprojekt zu beginnen.

Die Stickvorlage

Wenn man nicht gerade ein Freestyler ist, arbeitet man in der Regel nach einer Stickvorlage. Ein Kästchen steht dabei für ein Kreuz – wie bei Pixeln ergibt sich daraus dann ein Gesamtbild. Die Arbeitsrichtung ist von oben nach unten und von links nach rechts, man geht also in etwa wie ein alter Nadeldrucker in Reihen vor und stickt nicht jedes Kreuz einzeln. Aber eins nach dem anderen!

Die Fadenstärke

Zuerst trennt man sich den Sticktwist in die gewünschte Fadenstärke auf. Dazu den Faden einfach vor sich halten und ihn an beiden Enden langsam auseinanderziehen. Nicht zu schnell, sonst verknoten sich die Fäden beim Drehen.

Das Vernähen

Man könnte jetzt in das Fadenende einfach einen Knoten als Stopper machen, der so dick ist, dass er nicht mit durch das Loch gleitet. Das ist die Variante für die Ungeduldigen, die aber nicht unbedingt dauerhaften Bestand hat. Besser ist es, den Faden zu vernähen: Wenn man zu Beginn der Stickarbeit die Nadel von der Rückseite des Stoffes aus durch ein Loch sticht, zieht man ihn soweit hindurch, bis noch ca. 5 cm auf der Rückseite bleiben. Diesen Restfaden stickt man dann in den folgenden Arbeitsschritten ein. Nach ca. 5 Stichen schneidet man den Restfaden ab, dann stört er während des weiteren Stickens nicht mehr.

Der Kreuzstich

In der Regel ergibt sich ein Kreuz, indem man von der Rückseite des Stoffes aus in das linke untere Loch einsticht und von der Vorderseite aus in das rechte obere Kästchen einsticht. So hat man erstmal eine Diagonale. Diesen Vorgang wiederholt man so lange, wie es das Muster vorgibt.

Den Restfaden auf der Rückseite hält man dabei fest und achtet darauf, dass die Nadel immer über ihm langgeht, so dass man ihn mit dem Festziehen des Fadens fixiert. Für die Fadenspannung bekommt man schnell ein Gefühl. Am besten macht man sich möglichst locker und zieht nicht zu stark am Faden, da man sonst Gefahr läuft, das Aida-Gewebe zu verziehen und das Ergebnis dann schief und krumm aussehen könnte.

Wenn man das Ende der Hinreihe erreicht hat, geht es an die Rückreihe. Zurück sticht man von hinten rechts unten nach vorne links oben. Weil man bei größeren Stickereien dazu tendiert, sich die Stickarbeit passend hinzudrehen, sollte man bei solchen Projekten besonders darauf achten, dass die Stickrichtung immer dieselbe ist, also dass der Faden immer in die gleiche Richtung zeigt: Der sich nach rechts neigende Hinfaden sollte so immer unter dem nach links geneigten Rückfaden liegen. Auf der Rückseite erscheinen dadurch senkrechte Stiche. Achtet man da nicht drauf, wirkt das fertige Stickbild möglicherweise unruhig.

Wenn die erste Reihe fertig ist, kann man beim Schließen des letzten Kreuzes in einem Arbeitsschritt gleich in die darunter liegende Reihe stechen.

Der Fadenwechsel

Wenn der Faden aufgebraucht ist, vernäht man ihn wie zu Beginn der Arbeit zusammen mit dem Beginn des nächsten Fadens, den wir hier orange zeigen. Nach ca. 5 Stichen kann man die beiden Restfäden wieder abschneiden.

Hat man das Ende der Stickarbeit erreicht, kann man den letzten Faden vernähen, indem man ihn durch einige der senkrechten Stiche auf der Rückseite zieht. Zuletzt einfach abschneiden und fertig!

#stickenfetzt

Lerne sticken! Wir bringen dir den gezählten Kreuzstich bei. Lerne die alte Handarbeitstechnik neu kennen

Schau doch mal in unserem You-Tube-Kanal vorbei für weitere Hilfestellung!

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