In Berlin bei Kristina

Kristina ist meine neue Kollegin (na gut, sooo neu ist sie mittlerweile nicht mehr).

Seit Mitte Februar ist Kristina nun in Berlin und wohnt zu zweit in einer WG in der Sonnenallee. In ihrem Instagram-Feed habe ich die Progress-Bilder für ihre neue Wohnung bewundert und sie dann irgendwann (wie bei Paul auch neben der Kaffeemaschine) gefragt, ob ich sie mal mit der Kamera besuchen darf.

First things first: Kaffee oder Bier? Und zack, sitzen wir beim kühlen Bier auf dem (etwas lauten) Balkon über der Sonnenallee und quatschen über ihr neues Leben in Berlin und natürlich ihr WG-Zimmer. In ihrem Zimmer merkt man gleich, dass es ihr wichtig ist, sich durch Einrichtung und Dekoration auszudrücken. Überall gibt es kleine persönliche dekorative Dinge, schöne Vintage-Möbel und einfach an jeder Ecke was zu gucken. Natürlich ist noch gar nicht alles fertig (Ist es das denn jemals?!), aber man sieht schon gut, wo die Reise hingeht.

Auf geht’s.

Warum bist du nach Berlin gezogen?
Ich komme aus Kassel und habe im Sommer 2015 meinen Job auf Eis gelegt meine Wohnung untervermietet um für ein Abenteuer nach New York zu gehen. Die drei Monaten haben mir natürlich nicht gereicht und so bin ich zurück nach Deutschland um alles für einen längeren Aufenthalt abzuwickeln. Leider wurde das Visum abgelehnt und ich stand, hart ausgedrückt, mit dem geplatzten Traum unterm Arm und arbeitslos auf der Straße.

Schließlich bin ich bei meinen Eltern gestrandet, was man nicht lang aushält, wenn man schon seit 8 Jahren sein eigener Herr ist. Also dachte ich ganz pragmatisch: ab nach Hamburg, wo der Hauptsitz meiner damaligen Firma ist und ich auch schon Anschluss hab. Eine paar Wochen später musste ich wieder umziehen, weil ein tolles Jobangebot aus Berlin kam. Schicksal, denn eigentlich wollte schon immer nach Berlin.

Wusstest du, dass du nach Neukölln willst?
Nee, eigentlich wollte ich nach Friedrichshain, aber auch weil ich das am besten kannte. Also eher aus Faulheit. Und beim Suchen hab ich dann gemerkt, dass Kreuzberg wegfällt, weil es viel zu teuer ist und es sowieso nicht so viele freie Wohnungen gibt. Neukölln kannte ich ein wenig aus meiner Freelancerzeit und wollte hier nicht so gerne her. Aber vor allem, weil ich gar keine coolen Ecken von Neukölln kannte. Das hat sich jetzt zum Glück geändert. Rixdorf ist total schön und bunt und ich fühl mich hier echt wohl, auch wenn die Sonnenallee schon manchmal rough ist.

Wie würdest du deinen Wohnstil beschreiben?
Ne Mischung aus Vintage und Ikea. Was ich erreichen wollte, war ein Natur-Material-Mix. Ich wollte so wenig wie möglich Kunststoffe mit drin haben, deswegen die Äste und Kokosbast, Holz, Kupfer, Gold. Als Wandfarbe wollte ich von Anfang an dieses Taubengrau, weil es sehr gut zu den Metalltönen passt. Es waren echt viele Eindrücke, die ich verbauen wollte (lacht). Letztendlich ist es aber, glaub ich, ein ganz gutes Gesamtbild.

Hast du viel neu gekauft?
Vor New York hab ich eigentlich alles verkauft, bis auf die Lampe, die Tischchen und die Kommoden. An denen halte ich auch fest, das sind meine Schmuckstücke. Alles andere war für mich austauschbar. Was ich neu gekauft habe, waren die Europaletten für 50 Euro. Die waren sogar schon gestrichen, das war perfekt. Der Sessel, auf dem du sitzt, hab ich auch noch gekauft, wobei der jetzt nicht neur war. Den hatte ich über Kleinanzeigen auf einem Bauernhof gefunden.

 

Was war das letzte Projekt?
Die Stativlampe. Das Stativ hatte ich noch, es war ein Geschenk meines Exfreundes. Im Moment komme ich aber gar nicht zum Fotografieren, also wollte ich das umbauen. Ursprünglich mit einer Schüssel, die außen Schwarz und innen Kupfer ist. Aber dann hatte ich den Lampenschirm noch aus meiner alten Wohnung rumstehen. Das hat gleich super gepasst.

Was ist dein nächstes Projekt?
Ich bin ganz verliebt in die Regale mit Birkenästen. So eins möchte ich gerne in der Küche haben. Die Äste stehen auch schon auf dem Balkon, nur zum Zusammenschrauben bin ich noch nicht gekommen.
Außerdem möchte ich die Bilderrahmen neu arrangieren. (P.S.: Unteres Bild ist schon ein Update mit dem neuen Arrangement).

Ist irgendwas richtig schief gegangen beim Renovieren?
Das Hauptstück meines Kleiderschrankes ist ja die Kupferstange, auf der alles drauf hängt. Die wollte ich gerne stabilisieren, in dem ich sie auf einen Haken schiebe. Aber ich war leider zu faul, die Klamotten runter zunehmen, dann ist der Winkel aus der Wand gebrochen, das Kupferrohr verbogen, bis es etwas angebrochen war. Das musste ich dann mit Panzertape etwas fixen.

Was für ein Typ Selbermacher bist du?
Nicht so durchgeplant und eher großartig im Improvisieren. Die Ränder von der Wandfarbe zum Beispiel waren halb Faulheit und halb Technikprobleme. Ich hatte keine Leiter, um ordentlich abzukleben, also musste ich das Freihand machen. Die Katze über dem Bett ist eigentlich nur aus Farbmangel entstanden. Ich hatte auch vor New York eine weiße Katze, die dann zu meiner Cousine gezogen ist. Leider gibt meine Cousine mir die nicht zurück, weil sie die Katze (verständlicherweise) so liebt, das ist aber natürlich mit meinem Einverständnis geschehen. Jedenfalls ist die Katzensilhouette aus Traurigkeit inspiriert.
Oder da hinten, die Hakenleiste, wo meine Jacken dran hängen: ich im Baumarkt auf der Suche nach einer Hakenleiste und die sollte einfach mal 20 Euro kosten. Beim Weiterstöbern hab ich eine für 3 Euro gefunden, allerdings bestand die aus dem Wort “Love”. Na gut, dann hab ich die halt falsch rum aufgehangen, sieht man doch eh nicht.

Welchen Stellenwert hat Inneneinrichtung und Dekoration in deinem Leben?
Ich bin so ein kleiner Messi und wenn ich schöne Dinge finde, horte ich die. Ich kann ganz schlecht Deko aussortieren. Ich hab hier zum Beispiel so alte Flaschen von meinem Exfreund und die schleppe ich schon ewig mit mir rum. Ich gebe für Deko auch nicht so gerne Geld aus, deswegen ist es dann eher das Würstchenglas, das ich in Kupferfarbe ansprühe und zur Vase umfunktioniere.

 

Wo findest du Anregungen und Inspiration?
Hauptsächlich bei Pinterest. Wobei ich bei meinen Eltern auch in deren Zeitschriften gestöbert habe. Vor dem Umzug habe ich schon gezielt bei Pinterest gesucht, zum Beispiel Wandgestaltung. Für mich war vor allem wichtig, dass es günstig ist, da ich einfach mega pleite war als ich nach Berlin kam. Und dann noch diese überteure Wohnung…

Ist das der letzte Ort an dem du leben möchtest?
Die Wohnung? Nein. Berlin? JA!

Worauf bist du mega stolz?
Die Sachen, die ich selbst gemalt und gezeichnet habe und die Decken-Lampe. Und ich hatte noch nie so eine schöne Tür!

Was zeigst du nicht so gerne?
Die Räume, die noch nicht fertig sind, also eigentlich Küche und Bad.

To be continued…

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